Kaum zu glauben, aber mit "Kings And Queens" präsentiert der exzellente Gitarrist bereits sein zehntes "Solo"-Album. Muss man den Mann aus Wattenscheid noch groß vorstellen?
Vorher mit STEELER und seit 1989 unter eigenem Namen veröffentlicht Pell mit schöner Regelmäßigkeit astreine Alben, die vor allem durch die eindringlichen Melodien in teils recht epischen Kompositionen bestechen und dazu geführt haben, dass der Mann sich als eine feste Größe im deutschen Metalbereich etabliert hat.
Auch wenn die Besetzung der Band seit einigen Alben konstant geblieben ist, heißt es ja offiziell "Solo"-Album - und den Rest der Band könnte man denn auch fast als "All-Star-Project" auffassen - sind doch die anderen Mitglieder noch in diversen anderen Bands aktiv - angefangen bei Keyboarder Ferdy Doernberg (ROUGH SILK), dem charismatischen Sänger Johnny Gioeli (z.B. HARDLINE) und natürlich der nimmermüden Drum-Machine Mike Terrana (z.B. RAGE).

Wirkte der Vorgänger "Shadow Zone" über weite Strecken etwas weniger eingängig als das bislang von Pell bekannte Material - z. B. "Magic" oder "Oceans Of Time" - liefert er auf "Kings And Queens" wieder 10 Titel aus einem Guss ab, die ohne weiteres nahtlos an das Material auf "The Masquerade Ball" anknüpfen können.
Natürlich erfindet Pell hier nichts bahnbrechendes Neues - aber genau die Kunst, immer wieder den gleichen Stil doch so verschieden und immer wieder anders und frisch rüberzubringen ist faszinierend.

Nach dem extrem ruhigen Intro startet "Kings And Queens" direkt mit dem eingänigen "Flyin' High" ordentlich durch - unterstützt von Terranas zeitweise brachialen Double-Base-Gewittern landen die Jungs hier einen typischen Pell-Klassiker.
Eine Ecke langsamer, aber mit einer nicht minder starken Gesangsleistung Gioelis kommt "Strong As A Rock" daher - insbesondere der Refrain sitzt punktgenau wird live sicher gut zur Geltung kommen.
"Cold Heaven" zehrt ein weiteres Mal von Pell's Fähigkeit, die Riffs "einfach so aus dem Ärmel zu schütteln" und schlägt (wie so oft) deutlich in Richtung RAINBOW.
Ein weiterer Track, der diesen Spagat zwischen äußerst melodiösen Gitarrenlinien und recht heavy-lastiger Rhythmussektion spannt ist "Only The Strong Survive".
Das gemächlich groovende "Sailing Away" könnte ohne Weiteres aus einer Symbiose von BLACK SABBATH zu DIO-Zeit und DEEP PURPLE aus den 70ern hervorgegangen sein - Terrana darf hier nur verhältnismäßig sanft auf die Felle hauen, dafür haben Gioeli und Pell selber umso mehr zu leisten, was sie erstklassig erledigen.
Noch einen Gang zurück schaltet "Forever Angel" - die Ballade auf dem Album - und trotzdem schafft es die Band, neben der Schlüpferstürmer-Leistung von Gioeli und Pell noch den gewissen Touch an Heaviness zu halten.
Zum Ende des Albums versammeln sich die wirklich epischen Nummern - den Anfang macht "Take The Crown" mit knapp sieben Minuten Spielzeit - eine vom Grundgerüst recht rockige Nummer, die ihre Richtung aber diverse Male wechselt und bei der Gioeli seine Stärken voll ausspielen kann.
Auf fast achteinhalb Minuten bringt es das balladeske und epische "Sea Of Evil" - eine straighte, typische Pell-Nummer ohne Schnörkel und Überraschungen.
Den Abschluss bildet dann "Legions Of Hell" - geschwindigkeitstechnisch wieder um Einiges angezogen und sich im Lauf der fast neun Minuten noch steigernd - hier kann man sich erneut des Vergleichs mit BLACK SABBATH zu DIO-Zeit ("Sign Of The Southern Cross") kaum erwehren.

"Kings And Queens" ist ein Pell-Album, wie es im Buche steht - genauso muss eine CD von dem Mann klingen - oder mit anderen Worten: er hätte es nicht besser machen können!

Anspieltipps: "Flyin´ High", "Sailing Away", "Legions Of Hell" (Naglagor)

Bewertung: 9,5 / 10



Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 56:31 min
Label: SPV / Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 01.03.2004
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