Mehrfach-Wertung der RedaktionARPcircleoftheoathEr rockt wieder, der gute Wattenscheider! Nachdem uns AXEL RUDI PELL im letzten Herbst noch die vierte Ausgabe seiner Balladensammlung präsentierte ist es nun mal wieder an der Zeit um die Axt richtig krachen zu lassen. Zwei Jahre nach "The Crest" haut man mit der bewährten Truppe den mittlerweile vierzehnten Longplayer heraus und wird sich direkt im Anschluß auf Tour begeben. Auf den Mann ist halt Verlass, auch was die musikalische Qualität angeht?

Und wenn der Mann rockt, dann auch wieder richtig, denn schon bei "Ghost In The Black" ballert die Doublebass mächtig nach vorne. Auf derartige Stücke musste man auf „The Crest" noch verzichten, doch hier packt er sie wieder aus. Beim Solo in der Mitte gibt es ein tolles Duell zwischen dem Chef und seinem Tastenmann Ferdy Doernberg, das live bestimmt gut kommen dürfte. Das folgende „Run With the Wind" rockt schön hymnisch in der Tradition von „Fool, Fool" oder „Rock The Nation" die Hütte. Überhaupt scheint der Pellator seine „BLACK SABBATH"-Phase hinter sich zu haben, denn "Circle Of the Oath" wirkt nicht so schwerfällig-düster wie sein Vorgänger.

Klar sucht man stilistische Weiterentwicklung hier mit der Lupe, aber das erwartet auch keiner, denn der Name AXEL RUDI PELL steht für lupenreinen traditionellen Hardrock. Und doch weicht er im Titeltrack ein wenig von seinen Einflüssen ab. Zwar gab es orientalisches Flair bei ihm schon öfter wie im Klassiker „Casbah" und auch die Akustische packt er öfter aus.
Doch hier standen nicht etwa RAINBOW oder DEEP PURPLE als Referenzen an die Siebziger Pate, sondern es wird klar in Richtung LED ZEPPELIN geschielt. Die Nummer könnte problemlos auf deren dritten Album zu finden sein, auch dieses Folk-Feeling ist vorhanden. In der Bridge zaubert der Blonde dann eines dieser schweren Riffs hervor, für die jene Truppe damals stand, bevor es mit dem getragenen Refrain wieder in vertrautere Gewässer geht.

In der Mitte der Scheibe schleichen sich dann leider ein paar Belanglosigkeiten ein. Hier gelingt das sonst so gute Spiel mit der Dynamik nicht so gut. Vor allem der Ballade „Lived Our Lives Before" fehlt es etwas an Tiefgang. Erst mit „Hold On To Your Dreams" dessen federnder Bass an die „Beautiful Day"-Coverversion der „Diamonds Unlocked"-Scheibe erinnert kehrt die gewohnte Schmissigkeit zurück.
Und für alle, die dem Meister immer Selbstzitate unterstellen zeigt er den Finger indem er sich wirklich selbst kopiert. Gab es auf dem Vorläufer einen zweiten Teil von „Oceans Of Time", so wird jetzt in dem fanfarenhaften „World Of Confusion" „The Masquerade Ball" fortgesetzt. Ein typisches getragenes Epos, bei dem es viele gefühlvolle Solopassagen gibt.

Aber ich sehe da eher eine Weiterführung seiner stärksten Werke als Ideenlosigkeit. Denn auch wenn er sich in einem sehr eng begrenzten Feld bewegt, so hat er immer wieder frisches und unverbrauchtes Songmaterial am Start. Heuer geht der Mann aber bei seinen Texten so weit, dass er nicht immer auf die Schlösser – und Drachenthematik setzt. Aktuellere Themen stehen jetzt mehr auf dem Programm wie der Anti-Kriegs-Song „Fortunes Of War" beweist.
Dazu weiß seine perfekt eingespielte Hintermannschaft auch aus einem eher durchschnittlichen Lied immer noch etwas heraus zu holen. Und die bleibt AXEL RUDI PELL nun schon die Hälfte seiner Solokarriere treu. Da könnte man den alten Waschmittelwerbeslogan „Da weiß man was man hat" gut anbringen, denn seine Fans kommen immer auf ihre Kosten. Auch wenn „Circle Of The Oath" nicht seine beste Scheibe ist, kann jeder von ihnen bedenkenlos zugreifen. (Pfälzer)

Bewertung: 7,5 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 59:44 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 23.03.2012

Wertung der Redaktion
David Anne Dirk Maik Simon Kevin Seb
7,5 7,5 8 8,5 8,5 8 8
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