Okkultokrati NightJerksSie sind schräg, sie sind besonders, sie sind anders, sie sind aus Norwegen. Die Rede ist von OKKULTOKRATI, einer Band, die ich erst kürzlich live erleben durfte, als sie nach ihre Tour mit CONVERGE noch kurz einen Zwischenstopp im Kleinen Klub der Saarbrücker Garage einlegten und zusammen mit den Jungs von B.ABUSE ein ehrwürdiges Konzert hinlegten. Dabei nahm es der Gitarrist zu wörtlich und versuchte, seinen Sturz von der Bühne mit einer Special-Performance im Liegen zu überspielen. Aber dieses Konzert hatte auch noch weitaus mehr zu bieten, denn was ich mir alles auch vorstellte unter diesem Bandnamen im Zuge der genannten Bands...es kam ganz anders.

In Norwegen ist es überwiegend dunkel – wenn nicht mal gerade wieder eine Kirche lichterloh brennt, aber gehen wir mal vom Normalfall aus. Depressionen und Todessehnsucht werden hier oft erlebt, das eigene Dasein ist bei manchen mehr oder weniger ein Dahinsiechen. Viele aber nutzen diese Stimmung, um gute Musik daraus zu machen, entweder um sich auszudrücken oder Gleichgesinnten mitzuteilen. Andere wiederum haben den Gevatter Alkohol lieb gewonnen und frönen seiner dauerhaften Präsenz, um sich so bei Laune zu halten. Und dann gibt es welche, die kombinieren beides, und diese Resultate sind meistens die besten.

Zuerst wollte ich ja das Album gar nicht besprechen, da die Vorankündigungen vermuten ließen, dass die Mucke sehr speziell ist. Nach dem 15. August sollte alles anders sein. Keine abgespacten Sounds, keine unkonventionellen Instrumente; ganz klassisch und old school traten OKKULTOKRATI auf die Bühne und rotzten los, dass es die spärlichen Zuhörer die Sprache verschlug. So energiegeladen und umwerfend kann das Album nicht sein, dachte ich, aber dennoch möchte ich es mir nun anhören. Dabei ist der Sound auf Platte noch (extra) schlechter als live; die Mischung aus 80er Jahre Punk und Crust mit einer Rockversion von uralten VENOM und CELTIC FROST oder gar WARHAMMER, verziert mit Elementen aus Wave und Neopop klirrt blechern aus den Boxen und kann laut nur schwer ertragen werden. Der effektbeladene Gesang schallert verzerrt aus den Boxen und setzt dem Feeling die Schulternietenpolster auf. Sogar der live dargebotene Wildlederblouson mit extra langen Fransen spricht für die musikalisch eingeschlagene Richtung.
Es geht überwiegend flott zur Sache, aber eigentlich durchweg unkonventionell und jenseits jeder modernen Standards. Und genau das macht die Band so sympathisch und besonders. Auch wenn die live freigesetzte Energie nur in Maßen auf „Night Jerks" zu hören ist, so haben mich OKKULTOKRATI sehr positiv überrascht und meine Aufmerksamkeit erlangt. Manche Menschen haben es einfach drauf, negative Energie positiv umzuwandeln. Fettes Plus für den Musikkalender! (Jochen)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 44:08 min
Label: Fysisk Format Records
Veröffentlichungstermin: 25.07.2014

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